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. . . I N D E U T S C H L A N D Vom 14. bis Ende des 17. Jahrhundert war das Fechten von großer Bedeutung für das Bürgertum der Städte, Berufsfechtmeister, Unterrichtenden, den Aristokraten, Akademikern und den Mitgliedern der Zünfte, nach einheitlichen Methoden im Gebrauch der damals üblichen Hieb und Stoßwaffen. Dies waren der Biderhänder, das Fechtmesser, der Dolch, die Hellebarde der Säbel, der Degen, das Florett und vieles andere. Neben den Handwerkern gab es die über ganz Deutschland verbreiteten Fechterzünfte der Marxbrüder und Federfechter.
Nach dem 30jährigem Krieg war das Fechten fast ausschließlich ein Vorrecht des Adels und der Studenten. Die französische Fechtschule verdrängte die Italienische und behauptete ihren Vorrang bis Ende des 19. Jahrhundert. Erwähnenswert ist das Wirken der Fechtmeisterfamilien KREUSSLER, deren Mitglieder von 1597 bis 1819 in Jena, Leipzig, Wittenberg, und Gießen als Universitätsfechtmeister tätig waren. Als sich Anfang des 19. Jahrhundert die studentischen Raufhändel mit tödlichem Ausgang häuften, verboten die Behörden den Gebrauch des Degens bei Zweikämpfen. Als Ersatz entwickele sich das Schlägerfechten der schlagenden Verbindungen. Nach Aufhebung der Turnsperre übernahmen auch die Turner unter JAHN und FRIESEN das Stoßfechten. Versuche das Fechten nach der Revolution von 1848 auf diese Weise neu zu beleben, führten zur Gründung der bürgerlichen Fechtclubs in Hannover 1862, Offenbach 1863, Frankfurt a.M. und Köln 1865.Das moderne Fechten breitete sich aber erst ab 1890 durch die neue italienische Fechtschule aus. Der Deutsche Fechter-Bund wurde erstmals 1897 in Berlin gegründet, der sich trotz seiner 1282 Mitgliedern 1901 wieder auflöste und am 17.12.1911 in Frankfurt erneut, und diesesmal von Dauer behauptete. 1913 wurden die ersten Deutschen Meisterschaften ausgetragen, (Offenbach) und 1914 in Hamburg. Der 1. Weltkrieg erzwang dann eine große blutige Pause, erst 1920 wurde die Meisterschaftsserie fortgeführt. Der junge Deutsche Fechterbund konnte sich international gut behaupten, so wurde 1906, auf der Zwischenolymiade in Athen, Gustav CAMIR, ein Onkel des Meisters Erwin, CASMIR im Säbel auf drei Treffer Olympiasieger und die deutsche Mannschaft im Säbel auf 1 Treffer Goldmedaillengewinner.
Nachdem 1913 der Internationale Fechtverband, die FIE, gegründet worden war, wurde 1914 erst-mals ein einheitliches Reglement festgelegt. Die Olympischen Spiele von Antwerpen 1920 und Paris 1924 sahen die deutschen Fechter nur als Zuschauer. Auf olypischen Spielen in Amsterdam 1928 kam es dann zur großen Erfolgen. Das moderne Sportfechten ist nüchtern ausgedrückt eine Anhäufung von Bein- und Armbewegungen, die den Zweck haben, den Gegner unter Beachtung der Regeln auf der gültigen Trefffläche zu treffen. Grundsatz ist treffen ohne getroffen zu werden. Ziel ist der symbolische Sieg über den Partner. Das Klingenspiel selbst ist ein Gespräch zwischen Fechthochgebildeten. Wahrung der Form ist oberstes Gebot. Anraunzen, anbrüllen, flegeln oder brutales Schlägern ist streng verpönt. Wenn der eine die Initiative ergriffen, das Gespräch zwischen mit der Klinge eröffnet hat, muß der andere zunächst "zuhören"(Parieren). Es ist unhöflich, dem anderen ins "Wort" zu fallen, d.h. in den Angriff hineinzustoßen. Nur wenn der "Sprechende" den Faden verliert, stottert, oder sich selbst unterbricht, darf der "Angesprochene dazwischenreden", sonst versündigt er sich gegen die Konventionen. Hat der Angriff getroffen, so hat der Getroffene zu schweigen, also die Waffe zu senken. Ist jedoch der Angriff pariert, so kommt die wohlgesetzte Antwort (Riposte), die der Andere wieder zu parieren hat, ohne zu unterbrechen oder dazwischen zu stoßen. So geht das Klingengespräch hin und her, gelassen oder hitzig, je nach Temperament des Partners, bis der Fall geklärt, das Gefecht also entschieden ist.
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